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Abb.
1: Harold E. Edgerton, flash!, 1939
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splashes
& flashes
Über High-Speed-Visualisierungen und
Wissensformen*
"Autos
schossen aus schmalen, tiefen Straßen. [...] Fußgängerdunkelheit
bildete wolkige Schnüre. Wo kräftigere Striche der Geschwindigkeit
quer durch ihre lockere Eile fuhren, verdickten sie sich, rieselten
nachher rascher [...] Wie alle großen Städte bestand
sie aus Unregelmäßigkeit, Wechsel, Vorgleiten, Nichtschritthalten,
Zusammenstößen von Dingen und Angelegenheiten, [...]
aus Bahnen und Ungebahntem, [...] und der ewigen Verstimmung und
Verschiebung aller Rhythmen gegeneinander [...]."[1]
In
Musils poetischer Beschreibung moderner Geschwindigkeit am Beginn
des 20. Jahrhunderts spricht sich eine Wahrnehmung aus, die über
fast 100 Jahre an der industriellen Beschleunigung geschult wurde.
Diese Lehre einer zuweilen schockartigen Veränderbarkeit
hatte tiefgreifende Wirkungen auf die Konzeptionen in Wissenschaft
und Technik. Der Temporalisierungsaspekt wurde auf verschiedenen
Gebieten und Niveaus erkenntnisleitend – und man entdeckte
die Zeit der Bio-Evolution, der Krankheiten, der Erdgeschichte,
der Sprachgeschichte, der Warenströme, der Geschosse, des
Todes etc., etc.
Die
Wahrnehmung von Schnelligkeit ist nun allerdings gekoppelt an
eine Problematik, denn mit ihr – Musil deutet dies an –
konstituieren sich Phänomene der Unübersichtlichkeit,
Undurchdringlichkeit und Unklarheit. Vor diesem Hintergrund wird
die Erfindung der Fotografie deutbar als notwendige Reaktion:
Entstanden in direkter Nachhut der ersten industriellen Revolution,
ist sie selbst eine Geschwindigkeitsmaschine – die jedoch
aufgestellt wird, nicht um an der Mobilisierung teilzuhaben, sondern
um Ruhe in die Ströme des Vergehens und Kommens zu bringen.
Mit ihr betreibt man die visuelle Sektion an der Zeit, fixiert
und macht sichtbar, was in den Schlieren der Zeit unterzugehen
droht.
É.-J.
Marey, Wissenschaftler und Pionier der Chronofotografie, bringt
1878 das technische Aufzeichnungsmedium und die neue Wirklichkeitswahrnehmung
zusammen: “Ganz ohne Zweifel wird der grafische Ausdruck
bald alle anderen ersetzen, wann immer eine Bewegung oder eine
Zustandsveränderung aufzuzeichnen ist – mit einem Wort,
bei jedem Phänomen.”[2]
Die
Propagandisten der Fotografie des 19. Jahrhunderts (zu denen Marey
gehörte) vertraten die Gewissheit, dass in den Bildern die
“Sprache der Phänomene selbst”[3] sich artikulierte.[4]
Genau dieses epistemologische Selbstverständnis ist zu befragen,
gerade auch vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Wissenschaftsverständnisses:
Erwirtschaftet die Fotografie als Stopp- und Aufzeichnungstechnologie
tatsächlich einen wissenschaftlichen Ertrag? Oder erzeugt
sie nicht vielmehr ein diskursives Dilemma? Denn es ist zu konstatieren,
dass das Eindringen der Fotografie in die Wissenschaft nicht dazu
geführt, dass die Wissenschaftler verstummt wären. Im
Gegenteil: Es gibt kein Bild ohne eine diskursive Praxis. Bruno
Latour hat die Relationalität deutlich benannt: “Ein
isoliertes wissenschaftliches Bild ist bedeutungslos, es beweist
nichts, sagt nichts, zeigt nichts, es hat keine Referenten.”
Mehr als die Bilder der Kunst ist das wissenschaftliche Bild Teil
einer sicht- und lesbaren Kette, und nur “[d]ie ganze Serie
hat eine Bedeutung”.[5]
An
diesem Punkt setzt meine Untersuchung an, die die Pluralität
der Wissensformen in dem spannungsvollen Gefüge zwischen
Bildform und Diskursform zum Gegenstand nimmt. Die Aufmerksamkeit
widmet sich den Reibungen, den Distanzen, den Brüchen und
Übergängen zwischen dokumentarisch-wissenschaftlichem
Bild und den Formen der Aussage: Bericht, Beweis, Beschreibung,
Legende, Spekulation, Messung, Vision, Beschriftung, Diagramm,
Messung usw. Die Bilder als Oberflächen des Wissens haben
keinen sicheren Stand. Unter ihnen bewegt sich ein Diskurs, von
dem man nicht sagen kann, ob er mit dem Bild stets den gleichen
Raum teilt.
Bevor
ich meinen Gegenstand – die Hochgeschwindigkeitsfotografie
– in den Blick nehme, möchte ich die schlichte Frage
stellen “Was ist ein wissenschaftliches Bild?” –
und zwei kurze erkenntnisleitende Antworten geben: 1. Antwort:
Ein wissenschaftliches Bild ist eines, dass im wissenschaftlichen
Milieu hergestellt, verwendet und publiziert wird. Diese systembezogene
Sichtweise mag reduktiv erscheinen, weil sie vollständig
den epistemischen Aspekt außer acht lässt; sie gewinnt
jedoch, wie ich noch zeigen werden, strukturierenden Sinn. 2.
Antwort: Geht man substanziell an die Beantwortung heran, wird
man einen Satz von Bedingungen aufrufen müssen, die das wissenschaftliche
Bild von anderen Sphären der Bildverwendung unterscheidet.
Ich nenne drei Bedingungen: Das Bild muss
_ einem definierten und begrifflich gefassten Gegenstand gewidmet
sein.
_ eine präzise kommunikative Funktion erfüllen.
_ eine ausgewiesene Stellung innerhalb des wissenschaftlichen
Diskurses einnehmen – z.B. als Illustration, als Beleg,
als Erkenntnishilfe.
Wenn
ich im Folgenden die Geschichte der Hochgeschwindigkeitsfotografie
von Flüssigkeiten zum Thema mache, dann erweisen sich dieses
Ideale als äußerst fragil: Das bildgewordene Sichtbare
erscheint weder als murmelnder Sinn, dem das wissenschaftliche
Ohr nur zu lauschen braucht, noch wird der Bildsinn eindeutig
von der wissenschaftlichen Aussageproduktion festgeschnürt.
Wo das Foto (scheinbar) Klarheit ins Dunkel verrauschter Phänomene
bringt, dort beginnt auch eine verwirrende Diffusion von systemischen
und substanziellen Legitimationen des Wissenschaftsstatus von
Bildern. Meine kleine rasende Exkursion durch die ungefähr
hundertjährige Laufzeit dieser Bildgeschichte wird an wenigen
signifikanten Stellen diese Sachverhalte kurz erläutern.
Die
Nahaufnahme einer Fontäne (Abb. 1) würde man seiner
solitären Präsentation kaum als wissenschaftlich klassifizieren.
Nicht nur fehlen eindeutige Zeichen der Wissenschaftlichkeit,
inzwischen ist diese Ikonografieform durch Werbung, Film und Fernsehen
trivialisiert worden: Das Klischee erscheint immer dann, wenn
der symbolische Hauch von Schönheit, Symmetrie und Klarheit
kommuniziert werden soll.[6]
Das
Bild stammt aus dem Labor eines der Pioniere der Highspeed-Fotografie,
von Harold E. Edgerton. Dass der deutliche ästhetische Impuls,
der von dieser sich als wissenschaftlich verstehenden Bildform
ausgeht, das Konzept von Wissenschaftlichkeit affiziert, werde
ich noch zeigen. Bevor ich jedoch Edgertons Produktion genauer
anschaue, gehe ich einen Schritt zurück – zu dem weniger
Prominenten Vorgänger Edgertons, zu Arthur Mason Worthington.
Die Gegenüberstellung der Ikonografie und Wissenschaftsinszenierung
dieser beiden Forscher erhellt, dass Erkenntnis am Bild erst auf
Grund eines Prozesses zu erhalten ist, der das Bild ästhetisch
purifiziert, diskursiv rahmt und in seiner Bedeutung sogar marginalisiert.
1877
beginnt Worthington, Professor für Physik am Royal Naval
Engineering College (Davenport), damit, in einer Dunkelkammer
und unter Zuhilfenahme eines elektrischen Blitzes mit sehr kurzer
Beleuchtungsdauer (1/4.000 Sek.) das Spritzverhalten von Flüssigkeiten
in verschiedenen Phasen zu beobachten. Das Gesehene illustriert
er mit Zeichnungen. 18 Jahre später, 1895, gelingt es ihm,
Fotografien herzustellen (Abb. 2). Eine Anzahl von chronofotografischen
Serien veröffentlicht er zuerst 1897 in den ehrwürdigen
Philosophical Transactions of the Royal Society.

Abb. 2: Arthur Mason Worthington, Philosophical
Transactions of the Royal Society of London, 1897
Ich
erwähne akademischen Grad, Ort der Herstellung und Distribution,
um jeden Zweifel am wissenschaftlichen Kontext auszuräumen.
Was wird uns aber gezeigt? Gegen den Anschein handelt es sich
bei den Aufnahmen nicht um die chronofotografische Sequenz eines
natürlich ablaufenden Vorganges, sondern um eine Simulation
von Chronofotografie. Da Worthington noch nicht über Strobolicht
und Hochgeschwindigkeitsfotoapparate verfügt, wiederholt
er den gleichen Ablauf des Fallens eines Körpers in eine
Flüssigkeit phasenverschoben und montiert anschließend
die einzelnen Bilder. Auf diese Weise simuliert er die chronofotografische
Reihe.[7]
Die
Dimension der Illusionierung beschäftigt Worthington jedoch
nicht. Zunächst ist es der Gewinn an Beobachtungsgenauigkeit,
der auch einen Gewinn an Wissenschaftlichkeit verspricht. Nicht
nur hat er die Belichtungszeit auf eine dreimillionstel Sekunde
verkürzt, Sequenz-Intervalle von einer dreitausendstel Sekunde
produziert und damit den Zeitstrom minutiös seziert; vor
allem entdeckt er in der Folge auf den Bildern neue Details –
“so much new and detailed information”[8].
In
dieser so lakonisch hingeschriebenen Formulierung hallt nicht
nur die Propaganda der Fotografiebefürworter des 19. Jahrhunderts
nach, sie führt direkt in ein verstecktes Dilemma, dass Worthington
mit seiner Produktion begründet. Text und Bild sind nämlich
zweischichtig zu lesen: Zum einen beschreibt Worthington sehr
ausführlich die von ihm entwickelte komplizierte Apparatur
und demonstriert damit sein technisch-ingenieurielles Wissen.
Andererseits verwendet Worthington Sorgfalt darauf, die bildgewordenen
splashes deskriptiv zu erfassen. Er benennt die Unterschiede in
den Flüssigkeitsreaktionen, die durch Wassertropfen, glatte
und raue Rundkörper im Wasser-Milch-Gemisch verursacht wurden.
Man
spürt das Bemühen, Sprache und Bild zur Deckung zu bringen.
Dabei wird sein Blick und seine Sprache ganz von der Oberflächlichkeit
des Gesehenen gefangen. Genau darin steckt die epistemische Sackgasse:
Aus dem Reichtum der Beobachtung erwächst weder ein aussagekräftiges
Klassifikationssystem, noch ein mathematisiertes Wissen über
Flüssigkeitsdynamik; er kann keine Gesetze formulieren. Das
wäre Wissenschaftsstandard um 1900 gewesen. Als wirkmächtige
Stimme des 19. Jahrhunderts zitiere ich nur Helmholtz:
“Unser
Wissen soll aber nicht in Form der Kataloge liegen bleiben [...]
Wissenschaft entsteht erst, wenn sich ihr Gesetz und ihre Ursachen
enthüllen.”[9]
Auch
das Forschungsmotiv bleibt rätselhaft, denn der Text sagt
nicht, warum glatte und raue Kugeln, nicht jedoch Kuben oder andere
Körper für das Experiment benutzt wurden. Es ist, als
würde sich die Natur im Labor fraglos darbieten und den Beobachter
zum Schauen auffordern. Die Armut der Erkenntnis wird allerdings
überstrahlt von der anderen Referenz, jener auf die Prozedur
des Fotografierens. Worthingtons Produktion nährt sich von
der eingeführten Vorstellung der Fotografie, die in ihr per
se einen wissenschaftlichen Vorgang erkennt: Mechanik, Optik,
Chemie garantieren gleichsam objektive Naturerkenntnis. Die doppelte
Referenz – auf das Objekt und die Objekthervorbringung –
erweist sich als Verunscharfung des Erkenntnisprozesses. Entfaltet
wird das Arsenal an formalen Wissenschaftlichkeitszeichen: das
Labor, die Versuchsanordnung, die Serialität des Experiments,
die Dokumentation, der Publikationsort. Mit dem Verfahren der
technifizierten Beobachtung, die als Objektivitätszuwachs
erscheint, schleicht sich jedoch eine Vermischung auf semantischer
Ebene ein: Die Aussageform stülpt sich über das Objekt
der Aussage. Anders formuliert: Die wissenschaftliche Produktion
von Medialität infiziert gewissermaßen das Medialisierte.
Das Objekt, auch wenn das gewonnene Wissen von ihm auf vorwissenschaftlicher
Ebene siedelt, wird durch den szientistischen Akt der Hervorbringung
wissenschaftlich auratisiert. Anders gesagt. Die bedeutungstragende
Potenz des Formalen kolonialisiert die Semantik des Bildinhalts.
Diese für das 19. Jahrhundert wiederkehrend anzutreffende
Entdifferenzierung gründet auf der Idee, dass der Diskurs
über das wissenschaftliche Objekt ins Bild hinein verlagert
werden kann.
Man
könnte sagen, dass Worthington ein opakes Vor-Wissen produziert,
von dem ganz unklar ist, ob in ihm überhaupt Wissenschaft
keimt. Er erschafft zwar Bilder – aber noch kein wissenschaftliches
Objekt. Am Ende seines Beitrags wird das Paradoxon aus wissenschaftlicher
Prozedur und vorwissenschaftlicher Objekterzeugung, die auf ihre
Erkenntniswertigkeit noch wartet, auch ausgesprochen: “In
presenting the results [...], we are influenced by the reflection
that there can be […] no doubt about the accuracy of the
photographic record, and by the hope of eliciting from competent
judges some expression of opinion as to the value of the investigation
[...].”[10]
Der
epistemologische (Un-)Wert von Worthingtons Projekt ließe
sich mit einem Zitat Virchows charakterisieren: “Der descriptive
Theil ist nur ein propädeutischer, der in seiner höchsten
Gelungenheit immer nur ein künstlerisches Interesse haben
kann [...].”[11]
Diese
Zitat mit seinem Hinweis auf den künstlerischen Aspekt bietet
Gelegenheit, die bereits zitierte Ikonografie Edgertons mit seiner
zum Teil äußerst eindrucksvollen gestalterischen Qualität
wieder in die Diskussion zurück zu holen. Als er 1939 sein
Buch flash! Seeing the Unseen by Ultra-High Speed Photography
veröffentlicht, hat er der fotografische Technik mit Strobolicht
und Kinematografie ganz neue Dimensionen bei der Geschwindigkeitseroberung
verliehen. Edgerton, Ingenieur und Professor am MIT, belegt mit
seinem Bildband effektvoll, welche Welten des Optisch- Unbwussten
freigelegt werden können. Gleichzeitig jedoch scheint sich
die initiale Problematik der Wissenschaftsproduktion aus kreativer
Ingenieursleistung und naivem Wissenschaftsverständnis, die
bei Worthington zu diagnostizieren war, lediglich verschärft
zu wiederholen: Im Kapitel über “Drops and Splashes”,
das sich explizit als Fortführung der Arbeit Worthingtons
versteht, präsentiert Edgerton eine reichere Bildästhetik
als sein Vorgänger: Er zeigt eine vollständige Sequenz
eines Tropfenfalls in Überblicksperspektive, eine halbtotale
Ausschnittsequenz (Abb. 3) und ein Close-up.

Abb. 3: Harold E. Edgerton, flash!, 1939
Es
scheint, als wollten die Bilder sagen: Bessere Technik, bessere
Erkenntnis! Die Darstellungsform, mag sie auch ästhetisch
eindringlicher sein, fällt allerdings methodisch hinter Worthington
zurück: Es geht Edgerton nicht mehr ums Experimentieren mit
Variationen, was als Vorbereitung auf Variablenobjektivierung,
Konzeptualisierung und Mathematisierung der Erfahrung angesehen
werden könnte. Dem entspricht, dass er den Bildern lediglich
Legenden aus nur wenigen Zeilen oder einem Stichwort gibt. Die
minutiöse Beschreibung, die Worthington noch meinte, beifügen
zu müssen, findet bei Edgerton kaum mehr statt. Jetzt tritt
der sprachlose Bildwert in den Vordergrund. Was so deutlich ausgestellt
wird – die Ästhetik der Bilder, schwankend zwischen
Sachlichkeit, Futurismus und Abstraktion – wird im Vorwort
beschwörend zugunsten des wissenschaftlichen Postulats einkassiert:
“Dr. Edgerton as a photographer is first of all a scientist
and an electrical engineer, investigating, measuring, seeking
new facts about natural phenomena.”[12]
Mit
der Präsentationsform des Buches wird qua Bild eine Herrschaft
über das Objekt insinuiert, ohne jedoch einen tiefgreifenden
Wissensdiskurs auszuarbeiten. Für diese Situation passt ein
Wort Bachelards: “[H]ier zeigt sich ein farbenprächtiger
Empirismus. Es gibt nichts zu begreifen, man braucht nur zu schauen.”[13]
Das Sensationelle und zuweilen Skurrile der Bilder wird deutlich
exponiert (z.b. wenn ein Mann unter der Dusche gezeigt wird oder
wie ein Golfball ein Telefonbuch durchschlägt). Hinzu kommt,
dass sich die Bilder durch einen hohen Formsinn auszeichnen, der
zuweilen bis in die Gegenstandslosigkeit reicht.
Edgertons
Interesse ist die Vielfalt, er bewegt er sich explorativ von Gegenstand
zu Gegenstand – ohne Methode.[14] Die splashes bilden nur
einen kleinen Teil seiner Produktion: Bewegungen des Menschen,
zerbrechende Gegenstände, Ball- und Geschossbewegungen sowie
Tierverhalten werden aneinander gereiht. Die heterogene Vielfalt
katapultiert Edgerton – wissenschaftsgenealogisch gesehen
– zurück in die Epoche der Wunderkammern, in denen
Naturgegenstände, technische Errungenschaften und Kunst kategorienlos
nebeneinander bestehen konnten. Hier wie dort herrscht Bewunderung
statt Erkenntnis, virtuose Ästhetik statt Wissen.[15]
Edgerton
reißt den Raum zwischen Wissenschaft und Kunst zunächst
gegen die eigene Intention auf. Es erscheint daher der inneren
Logik gehorchend, dass einige Bilder (noch vor der Veröffentlichung
von flash) in der ersten Fotoausstellung des Museum of Modern
Art im Jahre 1937 gezeigt wurden und längst zu Sammlerstücken
auf dem Kunstmarkt geworden sind. Wenn es an einer Stelle in flash
reißerisch heißt: “This has never been seen
before.”, dann können wir unumwunden zustimmen und
von einem Zuwachs an Wissen sprechen, nicht jedoch an einem Zuwachs
an wissenschaftlicher Naturerkenntnis.
Als
Beleg für die Verbreitung empirischer Sachverhalte als Wissen
ohne Wissenschaft soll eine Fotografie aus dem Jahre 1956 dienen,
auf der der Wechsel der Institution und eines Sinnwandels ablesbar
ist (Abb. 4).

Abb. 4: Walt Disney Studios, 1956
Wir
sehen darauf Walt Disney (rechts im Hintergrund kniend), der ebenfalls
Experimente mit der Hochgeschwindigkeitskamera und dem Verhalten
von Flüssigkeiten anstellen lässt. Nicht das MIT, sondern
das Hollywood-Studio ist nun der Ort der Naturbetrachtung. Der
Rahmenwechsel ist erhellend: Wohl kaum würden wir einen Zeichentrickfilm,
der ganz realistisch Tropfen und Spritzer dem Zuschauer darbietet,
als wissenschaftliches Bilddokument betrachten.
Hier
innehalten, könnte man glauben, dass Edgerton mit innovativem
technologische Know-how und Ästhetik Wissenschaft als Schein
betreibt. Doch ist sein Fall komplizierter, denn die Sphären
der Darstellung vermehren sich bei ihm. Das populäre Buch
und die Kunstausstellung sind das eine. Zeitgleich zur Präsentation
im Museum of Modern Art erscheinen zwei Aufsätze –
in mehrerer Hinsicht mit weniger Sichtbarkeit ausgestattet –
im Journal of Physical Chemistry.[16]
In
diesen Texten, gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern verfasst,
geht es um die Erforschung von Tropfenbildungen und die Ermittlung
der Oberflächenspannung bei Flüssigkeiten. Ein grundsätzlicher
strategischer Wandel in der Bildverwendung findet hier statt:
Das bildgebende Verfahren tritt ganz bescheiden als Hilfswissenschaft
auf, was einschneidende Effekte für die Bildform und -verwendung
hat.
Zum
einen ist es nicht mehr der komplexe Prozess des Falles eines
Gegenstandes, sein Auftreffen auf eine Flüssigkeit und der
Vorgang der Wellen-, Spritzer- und Fontäne-Bildung, der der
Betrachtung unterzogen wird. Das Untersuchungsfeld beschränkt
sich auf einen kleinen Ausschnitt in diesem Ablauf. Auch hat sich
die Bildästhetik entscheidend gewandelt: vom sublimen Kunstwerk
zum kleinteiligen, detailreduzierten und entsinnlichten Artefakt
(Abb. 5). Die Bilder schrumpfen auf Thumbnailgröße,
die Tropfen erscheinen nicht in fotorealistischer Manier, sondern
in silhouettierter Schwarzweiß-Darstellung. Eingebettet
zwischen Tabellen mit numerischen Messergebnissen, Kurven und
mathematischen Formeln verliert sich das Pathos des Bildes, wie
es in flash sich noch darbringt.

Abb. 5: Journal of Physical Chemistry, 1937
Die
Verarmung des Bildes ist die Vorstufe für eine Transformation:
Das Phänomen wird in ein anderes Symbolsystem aufgehoben
und erhält damit erst die Würde des wissenschaftlichen
Objekts. Hier herrscht weder die “Sprache des Phänomens
selbst”, noch gibt es “so much new and detailed information”
zu sehen. Das Bild ist zwar für den originären Erkenntnisprozess
unabdingbar, für die Darstellung ist es jedoch als marginal
einzustufen. Bachelard hat in einer thesenhaften Überzeichnung
das Bildhafte als “deutlichstes Zeichen für einen nicht-wissenschaftlichen
Geist” ausgewiesen und die Messmethode als das Eigentliche
der Wissenschaft gekennzeichnet. Zitat: “Der Wissenschaftler
glaubt mehr an den Realismus der Messung als an die Realität
des Gegenstandes.”[17] Was zu übersetzen wäre
mit: Entscheidend sind die nicht-anschaulichen Beziehungen, die
ein Gegenstand unterhält. Das Bild als Sensation im zweifachen
Sinne – als das Staunenswerte und Sinnlich-Wahrgenommene
– sekundiert allenfalls den wissenschaftlichen Diskurs oder
stört ihn sogar.[18]
Die
Bachelardsche Epistemologie muss uns nicht als letzter und einziger
Referenzpunkt dienen, wie auch die Wendung ins Ästhetische,
die Edgerton vollzieht, nicht gleichbedeutend mit der Kunstwerdung
wissenschaftlich erzeugter Objekte sein muss. Fasst man Ästhetik
im Wortsinn als Wahrnehmung auf, können sich Sinnkonzepte
anschließen, die durchaus wissenschaftlich motiviert sind.
Ein interessanter Fall im Hinblick auf die Splash-Fotografie stellt
D'Arcy Wentworth Thompsons 1917 veröffentlichtes Buch Growth
and Form dar. Darin übernimmt der Biologe nicht nur einige
Bilder aus A Study of Splashes (1908) von Worthington, er fügt
in die Neuausgabe von 1942 zwei Aufnahmen Edgertons ein. Eine
dieser Aufnahmen erscheint gar in der Funktion als Frontispiz
und deutet auf den paradigmatischen Charakter des Bildes hin.
Paradigmatisch jedoch in welchem Sinne? Thompson, ein früher
Vertreter einer mathematisch orientierten Biologie, ist auf der
Suche nach allgemeinen Prinzipien, die Organisches und Unorganisches
miteinander verknüpft. Er geht dabei morphologistisch vor
und kreiert einen holistischen Kosmos. Zwar unternimmt er den
Anlauf, die physikalischen Bedingungen der Flüssigkeitsbewegung
in allgemeinen Begriffen beschreibbar zu machen – er benutzt
Terme wie Oberflächenspannung, Strömungsgeschwindigkeit,
Reibung, Druck, Temperatur, Viskosität. Letztlich geht es
ihm um den Vergleich des Flüssigkeitskraters mit so unterschiedlichen
Gegenständen wie Durchschusslöchern, Mondkratern, Hydrozoen
(Hohltiere), Quallen, platzenden Blasen, Medusen, glockenförmigen
Infusorien und weiteren Lebewesen. So stellt er eine Reihe von
Schema-Zeichnungen (Abb. 6) neben die Fotografien, die dem empirischen
Fund (der Fotografie) einen neuen Logos zuweisen. Das Sehen wird
auf die Struktur gelenkt, um den Verdacht eines analogischen Bandes
zu erhärten.

Abb. 6: D'Arcy Wentworth Thompson, Growth
and Form, 1917/1942
Diese
Verfahren kommt dem vormodernen Modell der aemulatio nahe. Der
Gedanke der Strukturanalogie geht auf eine, wie Foucault es in
die Ordnung der Dinge ausgeführt hat, “berührungslose
Ähnlichkeit”, “in ihr antworten die in der Welt
verstreuten Dinge aufeinander”.[19] Doch kann er keine Kräfte
oder Gesetzmäßigkeiten benennen, die die sich spiegelnden
Gestalten theoretisch einem Logos zuweisen würden. Genau
diese Abwesenheit lässt das Bildgeschehen in seinem Erkenntnis-
und Wissenswert prekär erscheinen: Die analogischen Bildreihen
besitzen auf den ersten Blick einen hohen Plausibilitätswert
– laufen aber geradezu ins Nichts. Fast möchte man
meinen, Thompson folge der kritisch- paranoiden Methode eines
Dalì, der in jeder runden Form ein Rhinozeroshorn ausmacht.[20]
Thompson
hat die Problematik dieses Verfahrens durchaus bemerkt. Nachdem
er seine Vergleichsserie entfaltet hat, schließt er mit
Formulierungen wie “we seem to see” und “we
seem able to discover”, die auf das schwierige Verhältnis
von Sehen und Erkennen anspielen. Die in diesen Ausdrücken
nur angedeutete Skepsis schlägt dann um in eine ausgesprochene
Hilflosigkeit: “It is hard indeed to say how much or little
all these analogies imply.”[21] Das formlogische Erkenntnisparadigma,
gestützt durch den Bildeinsatz, klagt gleichsam die Begründung
eines erklärbaren Zusammenhangs ein, der am Ende nicht geliefert
wird.
Dass
die Beobachtung und ihre Bildform nicht ins Leere laufen müssen,
zeigt die letzte Station des Bilddurchlaufs durch die Diskurswelten.
Und es erweist sich, dass das Bild eine ausgesprochene Anpassungsfähigkeit
an äußerst heterogene Kontexte aufweist, gewissermaßen
ein Überlebenskünstler ist.
Ein
Bild aus dem Labor Edgertons – es stammt aus der späteren
Publikation Moments of Vision (1979) hat es bis in die Sphären
der theoretischen Physik geschafft (Abb. 7). In einer Abhandlung
aus dem Jahre 1996, die sich mit non-linearen Wellen und selbstorganisierenden
Mustern befasst, wird ein Tropfenbild in den Vergleich mit anderen
Phänomenen wie Sand-, Meeres- oder seismische Wellen gebracht.[22]
Abb. 7: Harold E. Edgerton, Moments of Vision, 1979
Der
Forscher verfolgt also kein holistisches Prinzip, sondern ist
dezidiert theoretisch voreingestellt, was seine Objektwahl betrifft.
An der Bildfolge interessiert ihn allein das “Bild 4”
mit den acht symmetrisch ausgebildeten Einbuchtungen. Diese spontan
entstandene Form ist für ihn interessant, da diese sich gerade
nicht aus den beobachtbaren vorhergehenden Flüssigkeitsbildungen
erschließen lässt. Ein Beispiel für Selbstorganisation.
Auch in dieser Einbindung des Bildes in einen wissenschaftlichen
Kontext erschöpft sich das Interesse nicht am künstlerischen
Aspekt, die Aussageproduktion zielt auch hier auf etwas Unsichtbares,
auf eine Theorie non-linearer Effekte mit ihrer komplexen mathematischen
Grundlegung. Die implizierten fachspezifischen Details beiseite
lassend: Das Beispiel zeigt, dass ein Bild eine jahrzehntelange
Reise unternehmen musste, um seine ultimative wissenschaftliche
Destination zu erreichen – und um dort seine Erlösung
von der puren Sichtbarkeit zu finden.
Die
Anfangs gesetzten Idealbedingungen, die von einem skrupulösen
Bildautor ausgingen, der das Foto diskursiv fixiert und die Wissenschaftskommunikation
denotativ in Szene setzt, erweisen sich – zumindest in der
Geschichte der Flüssigkeitsfotografie – als prekär.
Die Fotografien Worthingtons und Edgertons fungieren kaum als
visuelle Begriffe und selbst das in den Bildern begrabene Faktum
ist nicht immer sicher zu haben. Die fotografischen Piktorialien
sind – anders als die Numeralien und Literalien –
disponibel, sie durchlaufen Zonen der Spekulation, der Gewissheiten,
der theoretischen Aneignung, der Messung. Die Fotografien, Inbilder
technischen Raffinements, verdecken dabei zum Teil, dass die sie
begleitenden Diskurse Ungleichzeitigkeiten enthalten, auf überkommene
epistemologische Modelle verweisen. Die Neuartigkeit des Seheindrucks
und die ästhetische Bildkraft appellieren an eine Wissensform
der Unmittelbarkeit. Moderne Wissenschaft durchschlägt diese
Unmittelbarkeit des Visuellen. Daher spielen Bilder, vor allem
die technisch generierten, im Wissenschaftsprozess eine zwiespältige
Rolle: Mögen Sie als Erkenntnisgrundlage unabdingbar sein,
da sie Phänomene zu enthüllen vermögen, so nehmen
sie nach der Kenntnisnahme kaum mehr als eine sekundäre Funktion
ein. Schließlich geht es um Abgleiche mit Theorien, um Formalisierungen
in Graphen und Zahlen. Der Reichtum des Bildes, der von der Kunst
geschätzt wird, erweist sich in der Wissenschaft als Störrauschen.
Die Hochgeschwindigkeitsfotografie, die angetreten war, den white
noise in der Wahrnehmung herauszufiltern, produzierte selbst eine
neue Schicht von Ablenkungssignalen. Erst die Wissenschaftskonzeption
jenseits des Sichtbaren ist in der Lage diese zu eliminieren.
Zugespitzt formuliert: Wissenschaft, so sehr sie auf visuelle
Referenzen angewiesen sein mag, muss odysseusgleich (nicht die
Ohren) aber die Augen verschließen – oder doch zumindest
mit Scheuklappen versehen –, um statt der Verführung
zu erliegen, Erkenntnis zu erlangen.
Nachtrag
1945 musste die Welt die Wirkung eines anderen fallenden Gegenstandes
erleben: Zwei Atombomben rissen riesige Krater in japanischen
Boden. In den folgenden Jahrzehnten sollten weitere Atombombenversuche
für Fontänen und Wellen in Wüsten und auf Atollen
sorgen – inklusive medialer Begleitung.
Als sich 1948 der Porträtfotograf Phillipe Halsman und der
surrealistische Maler Salvador Dali für eine Fotosession
treffen, hatten sie bereits die epochale Wirkung der Atombombe
diskutiert. Für ein bildliches Statement zu der neuen Welt
nach dem Bombenwurf lassen sie sich jedoch nicht von einem Foto
des Atompilzes inspirieren, sondern von Harold Edgertons Milchtropfenkrone.
[23]
Wissenschaftlern gleich einigen sich die beiden Künstler
auf folgende Versuchsanordnung, in der Körper in Bewegung
gebracht werden oder Bewegung vortäuschen: Stuhl, kleine
Trittleiter, Staffelei und zwei Dali-Bilder – eines davon
“Leda Atomica” – werden aufgehängt beziehungsweise
gehalten, sodass der Eindruck des Schwebens entsteht. Nun werfen
Assistenten von Halsman drei Katzen und einen Eimer Wasser in
das Setting, während Dali einen Luftsprung ausführt.
Klick. Es braucht 28 Versuche, bis ein überzeugendes Resultat
vorliegt.

Abb 8: Philippe Halsman, Dali Atomicus, 1948
Offensichtlich übernimmt „Dali Atomicus“ das
Modell der sistierten Bewegung, die im Zentrum der wissenschaftlichen
Forschung stand. Darüber hinaus zeigt das Bild eine Reihe
von interikonischen Elementen, denn schon Edgerton hatte springende
Menschen, fließendes Wasser und auch ‚fliegende’
Katzen fotografiert. Dali/Halsman übernehmen also die Sujets
der vermeintlich wissenschaftlichen Bildnahme und montieren diese
zu einer surrealistischen Komposition.
Wenn oben der Transfer von Bildern durch unterschiedliche wissenschaftliche
Kulturen thematisiert wurde, so zeigt diese Fotografie, dass die
Übernahme von Technik, Bildkonzept und Wirklichkeitswahrnehmung
nicht auf das Subsystem Wissenschaft begrenzt sein muss. Die Permeabilität
zwischen den Kulturen sorgt für Neubewertungen, Erschließung
neuer Semantiken und Ästhetiken. Waren jedoch die Szientisten
je an einer Engführung von Sinn interessiert, arbeiten Halsman
und Dali an einer fast schon hysterischen Aufladung des Bildes
mit Sinn. Wenn Sie nun anstelle der Atome und Moleküle Menschweltliches
in einen Zustand der Zersprengung bringen, dann transformieren
sie einen physikalischen Sachverhalt in eine Metapher für
eine in Auflösung begriffene Wirklichkeit. Der inszenierte
Energetismus zeugt von einem Auseinandertreiben inkohärenter
Dinge. Das surrealistische Foto ist das Dokument einer zeitgenössischen
Erfahrung mit physikalischen Sachverhalten, Wirkungen und mit
wissenschaftlichen Anschauungen, das in seiner Skurrilität
einer Beängstigung Ausdruck verschafft (einer ursprünglichen
Idee zufolge wollten Dali und Halsman ein Hühnchen zur Explosion
bringen).
Das Bild vom atomhaften Dali soll den Schluss bilden, da es als
paradigmatisch für kulturelle Isomorphiebildung angesehen
werden kann: Kunst erzeugt nicht nur mit Eigenmitteln eine Gegenweltlichkeit
zu der der Wissenschaft, sondern bringt diese durch eine Art Imitation
vorgebildeten wissenschaftlichen Vorgehens zustande. Aus diesem
Anschmiegen mag man schließen, dass dem Genre Bild vielleicht
eine Art immanenter Subversivität zu attestieren ist, eine
Unbeherrschbarkeit, die sowohl das Aussagepathos der Kunst wie
den Informationspurismus der Wissenschaft zu verunsichern vermag.
[1]
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Reinbek bei Hamburg,
1987, 9, 10.
[2] Étienne-Jules Marey, zit. n. Lorraine Daston, Peter
Galison: “Das Bild der Objektivität”, in: Peter
Geimer (Hg.), Ordnungen der Sichtbarkeit,
Frankfurt/M. 2002, 29.
[3] Ebenda.
[4] Am Beispiel der medizinischen Fotografie habe ich diese Situation
genauer beschrieben: Gunnar Schmidt, Anamorphotische Körper,
Köln, Weimar, Wien 2001.
[5] Bruno Latour, Iconoclash, Berlin 2002, 67.
[6] Ich unterlasse es, Beispiele anzuführen. In der Online-Bildbank
Gettyimages (http://creative.gettyimages.com/source/home/homeCreative.aspx,
30.05.2005) kann man mit den Suchbegriffen >”splashing”
and “drop”< eine Vielzahl dieser kommerziellen
Bilder finden, die der Edgertonschen Ikonografie nachgebildet
sind.
[7] Ausführlicher hat Peter Geimer das experimentelle Setting
kommentiert: “Sehen und Blenden – Experimente im künstlichen
Licht”, in: Lorenz Engel, Bernhard Siegert, Joseph Vogl
(Hg.), Licht und Leitung. Archiv für Mediengeschichte, Weimar
2002, 73-83.
[8] A.M. Worthington, R.S. Cole: “Impact with a Liquid Surface,
Studied by the Aid of Instantaneous Photography”, in: Philosophical
Transactions of the Royal Society of London, Series A, 189 (1897),
138.
[9] Hermann von Helmholtz, “Über das Verhältnis
der Naturwissenschaften zur Gesammtheit der Wissenschaften”
(1862), in: ders., Vorträge und Reden, 1. Bd., 5. Aufl.,
Braunschweig 1903, 169.
[10] Worthington, 148.
[11] Rudolf Virchow, “Über die Reform der pathologischen
und therapeutischen Anschauungen durch die mikroskopischen Untersuchungen”
[1847], in: ders., Sämtliche Werke, Bd. 4, Abteilung I, Bern
1992, 119.
[12] James R. Killian, “The Meaning of the Pictures”,
in: Harold E. Edgerton, flash! Seeing the Unseen by Ultra High-Speed
Photography, Boston 1939, 21.
[13] Gaston Bachelard: Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes,
Frankfurt/M.1987, 68.
[14] Siehe ebenda, 69-71.
[15] Siehe ebenda, 67.
[16] E.A. Hauser, H.E. Edgerton, B.M. Holt, J.T. Cox, “The
Application of the High-Speed Motion Picture Camera to Research
on the Surface Tension of Liquids, in: Journal of Physical Chemistry,
40:973-988 (1936). H.E. Edgerton, E.A. Hauser, W.B. Tucker, “Studies
in Drop Formation as Revealed by the High-Speed Motion Camera”,
in: Journal of Physical Chemistry, 41:1017-1028 (1937).
[17] Bachelard, 308-309.
[18] Diese Einschätzung Bachelards ist inzwischen selbst
als historisch zu werten, denn in einigen Wissenschaftssektoren
haben bildgebende Verfahren eine enorme Bedeutung gewonnen. Allerdings
bleibt der Tatbestand bestehen, dass wissenschaftliche Erkenntnis
entscheidend an Messbarkeit und sprachlicher Aussage gebunden
bleibt.[19] Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge, Frankfurt/M.
1974, 48-49
[20] Salvador Dali, “Phänomenologische Aspekte der
paranoisch-kritischen Methode”, in: ders, Die Eroberung
des Irrationalen, Frankfurt/M, Berlin, Wien 1973, 32-41.
[21] D'Arcy Wentworth Thompson, Growth and Form, Cambridge 1942
[1917], 397.
[22] Ben Kristoffen, A New View of the Universe, 1996, http://www.psych.ucsb.edu/~krogh/nv1.pdf,
31.05.2005.
[22] Die Begriffe Numeralien und Literalien stammen von Hans-Jörg
Rheinberger, ich füge ihnen den der Piktoralien hinzu. Hans-Jörg
Rheinberger, Iterationen, Berlin 2005.
[23] Siehe http://www.luhring-design.com/information/essays/dali-atomicus/
philippe-halsman.html, 08.06.2006.
©
Gunnar Schmidt 2003/2006
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In: Inge Hinterwaldner, Markus Buschhaus (Hg.), The Picture's
Image. Wissenschaftliche Visualisierungen als Komposit, Wilhelm
Fink Verlag, 2006, 180-195.
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