Fotografie
Die
folgenden Essays sind zwischen 1992 und 2004 in der Wiener
Zeitung erschienen. Der Text über Bombenkrater-Fotografie
wurde in European Photogra-phy publiziert.
Edith Sitwell: Ein sehr hochgewachsener Vogel
1959 folgt die englische Fotojournalistin Jane Bown einem Auftrag, der sie in den Londoner Ladies Club führt. Sie fotografiert dort die englische Dichterin Edith Sitwell, die zu diesem Zeitpunkt 71 Jahre alt ist. Aus dieser Fotosession gehören inzwischen zwei Aufnahmen zum kanonisieren Œuvre dieser bekannten Fotografin. lesen
Der
Blick in den Bombenkrater
Der Krieg verändert
sich. Geschichte produziert neue Formen von Ereignishaftigkeit.
Die Bilder reagieren darauf. Zum Beispiel auf den Umstand, dass
aufgrund des privaten Gebrauchs von Sprengstoff kaum ein Tag vergeht,
an dem nicht irgendwo auf dem Globus Bomben explodieren. lesen
Licht|Bild
Ist
Licht eine sichtbare Sache? – Die Frage mag absurd erscheinen,
ist doch Licht die Bedingung dafür, dass wir überhaupt
etwas sehen. weiter lesen
Täuschungsmanöver
Wir sind eingetreten ins Zeitalter der Fälschung und der
Täuschung. Fotografische Bilder haben keinen Anspruch mehr
auf Vertrauen. weiter lesen
Flüchtige
Abbilder
Bereits wenige Jahre nach Daguerres Erfindung der Fotografie würdigt
Honoré de Balzac das neue Medium mit einer (gespenster)theoretischen
Bemerkung. weiter
lesen
Himmelsbilder
In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts schauen drei Künstler,
eine Schrift-stellerin und zwei Fotografen, zum Himmel empor.
weiter lesen
Schleier
"Über der Strecke, bei einem Lorbeerwald,/da umfing ich sie
mit all ihren Schleiern und bekam ein/leises Gespür von ihrem
grenzenlosen Körper." weiter lesen
Eindrücke
"Die Sonne ist bekanntlich ein wunderbarer Fotograf." Der Schriftsteller
August Strindberg schreibt diesen Satz 1896, während er seine
Infernokrise durchlebt, die Hölle einer Paranoia. weiter
lesen
Elephantenmann
An einem Tag im Jahre 1884 betritt der Arzt und Anatomielehrer
Frederick Treves einen Laden in der Londoner Whitechapel Road.
weiter lesen
Schnitte
Jedes fotografische Bild entsteht aus einem Akt, der konstruktiv
und zugleich gewalttätig ist: Mit dem Auslösen des Verschlusses
setzt der Fotograf einen Schnitt gegen die Zeit, gegen Bewegungen,
gegen Kontexte, Umwelten, gegen Geräusche und Dialoge. weiter
lesen
Ansichten
Landschaften, Plätze, Straßen, Ecken, Höfe –
die Erfahrung an ihnen ist eine im Vor-beigehen. Passantengänge.
weiter
lesen
Bildberührung
Mit jedem Wimpernschlag scheint es, als öffneten wir eine
neue Seite in einem Bilderbuch von panoramahaften Ausmaßen.
weiter lesen
Abfälle
Die Fotografie ist ein Medium, das von Beginn an die Idee der
Reihe oder der Serie in sich trug. Ein Bild ist nicht genug, es
muß ein zweites geben, ein drittes usf. Blickwechsel, Bildschuß.
weiter
lesen
Familienroman
Das Fotografieren ist Vätersache: Liebe zur Technik, wortlose
Blicke, Sach-verwaltung. Väter schauen vom Rand auf die Szene.
Die Mütter sind Hüterinnen der Bedeutung.
weiter
lesen
Leuchtendes
Land
Eine Reise an den Rand, an die Kreuzstelle von Okzident und Orient:
Paul Bowles, der amerikanische Schriftsteller und Komponist, verläßt
1947 sein Heimatland, um fortan in Marokko zu leben. weiter
lesen
Eingriffe
Der französische Theoretiker Roland Barthes hat einmal das
fotografische Porträt als ein Kräftefeld bechrieben,
in dem sich unterschiedliche imaginäre Größen
verschränken. weiter
lesen
Enzyklopädie
Der Wissenschaftshistoriker Michel Serres hat darauf hingewiesen,
daß die großen Kaufhäuser und die neuen Enzyklopädien
zur selben Zeit entstanden sind. weiter
lesen
Bildmacher
Gegen den Fluß der Weltdinge, der Sprache, in dem alles
dahingeht, ins Unendliche sich ausbreitet, bauen wir Bilddämme.
weiter
lesen
Bild|Wissen
Im Jahre 1907 schreibt der Philosoph Edmund Husserl einen Brief
an den Schrift-steller Hugo von Hofmannsthal. Der Brief des Phänomenologen
enthält eine Art Verwandschaftsbegründung mit dem Ästheten.
weiter
lesen
Beschreibung
In einem Band aus dem Jahre 1913 mit Erzählungen des englischen
Schriftstellers Thomas Hardy befindet sich eine Frontispiz-Fotografie
mit einer sanfthügelige Landschaft ohne Weg und Leben. weiter
lesen
Nomandenträume
und Engelsblicke
Mit wehendem Kleid steht die Frau auf einer Aluminiumleiter und
schaut über die unendliche Weite einer wüsten Landschaft.
weiter
lesen
Dunkelkammer
Von dem Fotograf Jacques-Henri Lartigue wird berichtet, daß
er als Kind die Angewohnheit hatte, seine Augen bis auf einen
kleinen Schlitz zu schließen, um die Dinge, die er sah,
intensiv betrachten zu können. weiter
lesen
Das
Rohe und das Raffinierte
El Salvador 1984: Zwei Krieger halten einen leblosen Leib und
schleifen ihn irgendwohin. Der Kopf hängt kraftlos zwischen
den Schultern. weiter
lesen
Perseus-Komplex
Perseus hatte auf einem Fest dem Gastgeber Polydektes versprochen,
das Haupt der Gorgo Medusa als Gabe beizubringen. weiter
lesen
Valentina
Zacheni
Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie und Histologie.
Der vierte Teil des dreizehnten Bandes ( erscheint 1956. Das Kapitel
über Mikroencephalie enthält eine Abbildung. weiter
lesen
Szenenfotos
Photographien, großflächig mit viel Dunkelstellen,
die Wozzekaufführung, ein Stück von Ibsen, Dürrenmatt,
die Bilder enthielten viel Schwarz. weiter
lesen
Eichmanns
Antlitze
Seinen Berichten über den Eichmann-Prozeß im Jahre
1961, die den sachlichen Titel Strafsache 40/61 tragen,
stellt der Autor Harry Mulisch ein Bildexperiment voran. weiter
lesen
Swanns
Welt
"Er verbachte seine Tage über einer Karte des Waldes von
Compiègne, als sei sie die >Carte du Tendre<, und umgab
sich mit Photographien von Schloß Pierre-sfonds."
weiter
lesen
Vom
Glück
Es gibt viele, unendlich viele Bilder, die zeigen, wie das Leben
doch eigentlich sein sollte: die schöne Natur, der perfekte
Leib, der lachende Mensch. weiter
lesen
Steine
Sie ist eine Sammlerin. Sie erzählt, wie sie am Wasser entlang
geht und mit jedem Schritt hofft, einen Fund zu machen. weiter
lesen
Im
Strudel
Am Beginn des 20. Jahrhunderts kommt die Kunst in und zur Bewegung.
Es ist die Zeit der Ismen: Expressionismus, Kubismus, Konstruktivismus,
Dadaismus, Surrealismus. weiter
lesen
Artensterben
Realismus ist nicht einfach zu definieren als die richtige
Abbildung im Angesicht von etwas Vorgegebenen. weiter
lesen
Nach
dem Tod
Nach dem Tod beginnt die Erzählung. Erinnerungsarbeit. "Weißt
du noch ..." weiter
lesen
|